Schwangerschaftsübelkeit + Erbrechen

Ein Thema, das mich wirklich hart getroffen hat. Die einen Frauen leiden unter Übelkeit andere wiederum nicht.
Die einen haben „nur“ Morgenübelkeit, andere, wenn sie hungrig sind.

Ich erinnere mich, wie mein Partner und ich vom Einkauf nach Hause gelaufen sind, er mich anschaute und fragte: „Denkst du eigentlich, dass dir während der Schwangerschaft übel sein wird?“ „Im Moment geht es mir super! Aber ja, ich denke schon.
Ich bin sowieso sehr empfindlich was meinen Magen-Darm betrifft.“
Was jetzt nicht heißen soll, dass es einem dann zwangsläufig schlecht geht.

3 Tage später war mir von einem Moment auf den anderen übel und ich musste mich übergeben. In der ersten Sekunde hatte ich mich sehr gefreut, da ich bislang keine Schwangerschaftssymptome hatte. Doch dieses Blatt wendete sich schnell.
Es lässt sich zusammenfassend sagen, dass mir Wochen bzw. Monatelang sehr sehr schlecht war. Ich konnte kaum etwas zu mir nehmen. Keine Mahlzeiten, keine Getränke. Selbst Wasser war schwierig. Ich war mehrmals im Krankenhaus und bekam Infusionen. Diese heftige Form der Schwangerschaftsübelkeit nennt sich Hyperemesis gravidarum. Mir war sowohl tagsüber als auch nachts übel. Ich musste mich sowohl tagsüber als auch nachts übergeben. Manchmal bis zu 15 mal am Tag. Ich konnte den Kühlschrank nicht öffnen, weil ich mich von dem Geruch übergeben musste. Ich konnte das Nudelwasser nicht riechen, weil ich mich davon übergeben musste. Ich konnte keine großen Portionen sehen, weil ich mich davon übergeben musste. Ich konnte keine Foodbeiträge oder Werbung sehen, weil ich mich davon übergeben musste. Ja, wie ihr lesen könnt, ich habe sehr sehr viel gespuckt. Ich war oft am Ende meiner Kräfte und saß weinend auf dem Badezimmerboden. Ich habe gebettelt, dass es endlich ein Ende hat. Ich konnte nicht mehr aufrecht gehen, vor Magenschmerzen und Übelkeit. Es war wirklich ein Dilemma. Zudem auch noch diese unaushaltbaren Kopfschmerzen. Ich laß alle möglichen Foren durch. Hoffte auf Tipps! Manche Frauen berichteten, dass sie das Kind abtreiben wollten, weil der Zustand nicht mehr auszuhalten war. Das wollte ich nicht! Konnte es aber nachvollziehen. Es ging mir noch nie so lange am Stück schlecht und ein Ende war nicht in Sicht. Doch, die Geburt, aber das war noch so lange hin! Letztendlich war das der einzige Gedanke der mich das überstehen lassen hat.

Ich habe es geschafft und auch du wirst es schaffen. Ganz bestimmt!
Ich habe hier ein paar Tips für dich und hoffe, dass sie dir die Zeit erträglicher machen.

1.Mach den Wohnort Übelkeit tauglich
Stelle einen Spuckeimer an dem Ort, an dem du dich am meisten aufhältst, auf. Manchmal schafft man es nicht mehr auf die Toilette. Im Krankenhaus gibt es Tüten mit runder stabiler Öffnung. Die sind super! Nicht groß, dafür handlich. Auch für untwegs in der Handtasche oder dem Auto zu empfehlen.

2.Wasserflaschen. Viele Wasserflaschen!
Auch wenn du dich von Wasser übergeben musst, es ist sehr wichtig ausreichend und viel zu trinken.
Ich konnte während der Schwangerschaft Wasser mit Blub besser trinken, als stilles.
Auch wenn das wirklich sehr untypisch für mich ist.

3.Kleine Snacks
Z.B.. Knäckebrot, Kräcker, Zwieback, Kekse, Süßigkeiten (mit Ingwer), Zuckerbonon, Kaugummi,… finde heraus was dir am besten taugt. Manchen hilft es schon etwas Süßes zu lutschen. Ich war eher der Typ Zwieback. Und das bitte ganz langsam und nur mini Stückchen. Ein kleiner Snack im Bett vor dem Aufstehen, soll wohl auch Wunder wirken.

4.Rohkost und leichte anstatt deftige Gerichte.
Ich weiß nicht, was der Grund dafür ist, aber ich konnte Defitiges, Fettiges, Soßen, Paniertes, usw. nicht ertragen. Das ging überhaupt nicht. Am liebsten etwas Apfel, Paprika, Brot, …. je aufwändiger das Gericht umso schneller wurde der Brechreiz ausgelöst. Schonkost war auch ganz weit oben. Nudeln ohne alles. Sowie Reis ohne alles.
Große Portionen waren auch ein absolutes No Go. Auf dem Teller durfte nur ganz wenig liegen. Sonst… ihr könnt es euch denken.

5. Bitte kein Magen-Druck
Je weniger Druck auf den Magen, umso angenehmer. Das heißt: Keine Bügel BHs, keine Kleider oder hochgeschnittene Leggings mit zu engem Gummiband etc.
Lag ich auf der Seite, musste mein Arm irgendwo hoch. Weit weg. Egal wohin, aber nicht auf meinen Bauch.

6. Medikamente
Hier bitte ganz wichtig vorher mit eurem Arzt abklären.
Da ich wirklich viel erbrochen habe und im Krankenhaus war, hat man versucht meinen Körper etwas zu unterstützen.

Kaugummi gegen Reiseübelkeit
informiert euch bitte, welche in der Schwangerschaft zulässig sind.

Vomex Infusion gegen Übelkeit hat anfangs geholfen. Wirkung lies aber schnell nach.
Es gibt auch Vomex als Tabletten. Vielleicht hilft dir das.

Vitamin Kapseln.
Vitamin B6 und B12. Nausema Dragees enthalten beides.

Agyrax mein LEBENSRETTER! Nach wochenlangem absoluten Tiefpunkt verschrieb mir mein Arzt diese Tabletten. Sie lassen sich nur über die internationale Apotheke bestellen. (Dauert im grundgenommen nur etwas länger. Das Rezept gebt ihr ganz normal in der Apotheke ab)  Meine Dosierung : Morgens und abends je eine. Die Wirkung tritt nicht sofort ein.
Dank dieser Medikamente konnte ich wieder aufrecht gehen und auch das Haus verlassen. Es war wieder ein komplett anderes Lebensgefühl!
Beim Absetzen langsam ausschleichen und schauen wie es einem dabei geht. ggf. wieder erhöhen.

Auf der Seite embryotox.de könnt ihr nachschauen, ob und welches Medikament in welchem Schwangerschaft-Trimester erlaubt ist. Das habe ich oft gemacht, bevor ich etwas genommen habe. Kann die Seite mit einem dicken Daumen nach oben weiterempfehlen.

6. Arzt & Hebamme
Wartet nicht zu lange. Ich habe eindeutig zu lange gewartet. Mit jedem Tag dachte ich, ich schaffe das, das wird schon klappen. Ich wollte es durchziehen. Sagte mir selber „stell dich doch nicht so an!“

Man muss eben auch einsehen können, dass Schwangerschaften unterschiedlich ablaufen.
Wenn ihr euch nicht gut fühlt, sprecht mit eurem Frauenarzt. Wenn es nicht auszuhalten ist, scheut euch nicht ins Krankenhaus zu gehen.

Eine frohe Botschaft am Ende habe ich noch für euch. Da jede Schwangerschaft anders abläuft, kann es sein, dass die darauffolgende ganz ohne Übelkeit sein wird. Ich drücke mir dann auch mal die Däumchen, wenn es soweit ist.

Haltet durch! Bald habt ihr schon euer kleines Wunder im Arm.


(Keine medizinische Beratung, sondern Eigenerfahrung.
Bitte nur nach Absprache mit dem Frauenarzt durchführen)




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